Giorgio Fonio, Präsident von Arbeitsintegration Schweiz, eröffnete die Tagung mit einer engagierten Rede. Er stellte die zentrale Frage: «Unverzichtbares Werkzeug für den gesellschaftlichen Fortschritt oder machiavellistisches Instrument im Dienste eines ungebremsten Strebens nach Leistung? – ein Denkanstoss, der die Ambivalenz von Evaluationen auf den Punkt bringt.
Er betonte, dass Evaluation kein reines Kontrollinstrument sein dürfe, sondern als Werkzeug des Dialogs verstanden werden müsse – ein Mittel für gemeinsames Lernen und verbesserte Begleitung der Teilnehmenden.
Breite Themenvielfalt und praxisnahe Inputs
Das abwechslungsreiche Programm bot verschiedene Fachreferate sowie eine Podiumsdiskussion. Zudem konnten zentrale Fragestellungen in fünf Ateliers vertieft werden. Im Mittelpunkt standen Fragen wie:
- Was verstehen wir unter «Wirkung» in der sozialen und beruflichen Integration?
- Welche Stakeholder haben welche Erwartungen an die Wirkung von Massnahmen?
- Welche Indikatoren eignen sich für die Messung?
- Wie können Evaluationen praxisnah gestaltet werden?
- Welchen Mehrwert bieten die Ergebnisse für Organisationen und Auftraggeber?
Die Expert:innen betonten die Bedeutung einer frühzeitigen Planung der Datenerhebung, den Einbezug aller Stakeholder auf Augenhöhe sowie die Notwendigkeit, Ergebnisse tatsächlich in die Praxis zurückzuführen.
Die Podiumsdiskussion zeigte klar auf, dass je nach auftraggebender Stelle (ALV, IV, Sozialhilfe) unterschiedliche Erwartungen an die Wirkung und deren Messung bestehen. Während bei ALV und IV die berufliche Integration im Vordergrund steht, betont die Sozialhilfe auch die soziale Integration – mit schwerer fassbaren, aber zentralen Wirkungen wie Selbstwertsteigerung oder gesundheitlicher Stabilisierung. Diese Realität zeigt sich auch in den Organisationen der Arbeitsintegration. Viele von ihnen haben verschiedene auftraggebende Stellen und müssen demnach auch unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Messung ihrer Wirkung erfüllen.
Einige prägnante Gedanken aus den Diskussionen
- Geld lässt sich leicht messen – aber wir müssen auch die Nachhaltigkeit in der Integration hinterfragen.
- Manchmal misst man nur das, was leicht sichtbar ist – wie unter der Laterne in einem Bazar. Aber das widerspiegelt nicht die ganze Realität.
- Es ist wichtig, pragmatisch zu bleiben, damit der administrative Aufwand im Vergleich zur Arbeit im Feld nicht zu stark steigt.
- Evaluationen sind nur dann sinnvoll, wenn die gewonnenen Daten aktiv genutzt werden – sonst verpufft ihr Nutzen.
Abschlussrede von Bundesrat Guy Parmelin
Ein Höhepunkt der Tagung war die Schlussrede von Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung. Er würdigte die zentrale Rolle der Anbieter von sozialer und beruflicher Integration, insbesondere auch bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels, und brachte seine grosse Wertschätzung für die Branche zum Ausdruck.
Austausch und Vernetzung
Die Pausen und der abschliessende Apéro boten den Teilnehmenden Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
👉 Die verschiedenen Präsentationen der Tagung finden Sie hier.
👉 Die Fotogalerie finden Sie hier.
Rückblick in Bildern:
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Dialog zwischen den regionalen Vertretungen und dem SECO
Reserven, Rückstellungen und Teuerungsausgleich
Als echter Pulsmesser für den Stand der sozialen und beruflichen Integration in der Schweiz tagte am 2. April 2025 die Delegiertenversammlung. Als Gast von Arbeitsintegration Schweiz stellte Sophie Gremaud, Leiterin der Gruppe «Programme und Produkte der aktiven Arbeitsmarktpolitik» beim SECO, die Praxis der Finanzierung von arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) in den Regionen vor und beantwortete deren Fragen.
Dieses Finanzierungsmodell sieht einen jährlichen Plafond für die Kantone vor, der sich nach der Zahl der Arbeitssuchenden und der Arbeitslosenquote im Kanton richtet. Es ermöglicht den Kantonen Flexibilität und Freiheit bei der Organisation der AMM, berücksichtigt aber nicht die strukturellen und organisatorischen Gegebenheiten der jeweiligen Kantone.
Für die Programmorganisatoren ergeben sich jedoch eine Reihe von Problemen:
- Der Plafond sieht keine Anpassung an die steigenden Lebenshaltungskosten vor. Angesichts der Inflation der letzten Jahre sehen sich die meisten Eingliederungsorganisationen mit steigenden Ausgaben bei stagnierenden Einnahmen konfrontiert.
- Die Unmöglichkeit, Reserven zu bilden, und der Abzug der Einnahmen aus den Maßnahmen machen die Eingliederungsorganisationen besonders anfällig für die steigenden Lebenshaltungskosten.
Diese offenen Diskussionen zeigen, dass der Dachverband und die Regionalverbände gemeinsam handeln müssen, um die Rahmenbedingungen für die Finanzierung von AMM zu verändern.
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